Bucheinblick

Niemand möchte die Katze im Sack kaufen. Daher gebe ich dir einen kostenlosen Einblick in mein Buch, ein paar Zeilen, die hoffentlich Lust auf mehr machen.

 

Wenn sie dir gefallen, möchte ich dir neben dem Buchkauf (direkt auf meiner Seite) folgende Tipps für ein unvergessliches Leseerlebnis geben:

 

1. Nimm dir Zeit, sorge für eine entspannte Umgebung.

2. Bereite dir dein Lieblingsgetränk vor - Kalorien zählen nicht, da Lesen auch Sport ist (zumindest für den Kopf).

3. Habe alles griffbereit! Denn es nervt, wenn man für ein Taschentuch oder den Lichtknipser aufstehen muss.

4. Denke daran: Es ist nur eine Geschichte!


Prolog

 

Wie tausend kleine Spinnenbeine krabbelte der Schauer meinen Rücken hinab. Ich schüttelte mich, begann am ganzen Körper zu zittern. Eine Welle von Übelkeit überrollte mich und meine Finger pressten sich gegen meine Lippen. Ich blinzelte mehrfach, um ganz sicherzugehen, beobachtete unablässig ihren kraftlosen, leeren Gang und den prasselnden Regen, der sich mit ihrem Blut vermischte – ja, es war real. Ungeschickt stieß ich mit meiner Stirn an die Fensterscheibe. Ich wandte mich hastig zu meinem großen Bruder, denn ich wusste, dass er gleich eine unglaubliche Dummheit begehen würde.

 

»Nein, Brian! Nicht!«, stieß ich aus und packte ihn am Unterarm. Mühelos entriss er sich meinem Griff und hatte die breite Treppe ins Erdgeschoss erreicht, noch bevor ich reagieren konnte. Ich rannte hinter ihm her, stolperte, fast wäre ich hingefallen, doch erwischte noch im letzten Moment die kalte marmorne Balustrade. Noch nie war mir die Treppe so lang vorgekommen. Mein weißes Nachthemd konnte meinen Schritten nicht so schnell folgen und flatterte hinter mir her.

 

Brian stand jetzt an der Haustür, bereit, sie zu öffnen. Ich hatte ihn fast erreicht, als sie von draußen wild gegen das schwere Holz zu hämmern begann. Ich stockte in der Bewegung und wich zurück.

 

Sie ist hier … Sie ist hier, dachte ich, und im selben Augenblick begann sie zu schreien: »Brian! Brian!« Heiser drang ihre Stimme durch die Eichentür und begleitete das hämmernde Klopfen. Sie schrie, nein, sie verlangte nach ihm. Ich stand stocksteif da. Schweißperlen liefen mir über das Gesicht – oder waren es Tränen?

 

Brian drehte sich zu mir um. Langsam schüttelte ich den Kopf. »Tu das nicht. Sie ist infiziert. Sie wird uns töten«, flehte ich.

 

Unerwartet ruhig erwiderte er: »Geh. Rette dich. Du wirst es schaffen.« Dann lächelte er.

 

Er lächelt!? Wie absurd.

 

Ich schüttelte den Kopf nur noch heftiger.

 

Ungerührt fuhr er fort: »Ich werde die Tür jetzt öffnen – das weißt du«, sein Lächeln wurde breiter. »Du hast die Wahl: geh oder bleib. Mein Entschluss steht fest. Entscheide dich!«

 

Reglos und mit weit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an. Er erwiderte meinen Blick. Ich war wie das Reh, das seinem Jäger noch einmal tief in die Augen schaut – in der Millisekunde, in der sich der Schuss bereits gelöst hat, aber noch nicht angekommen ist.

 

Ich wusste es, da hatte er recht. Ich wusste, er würde die Tür öffnen. Er war verloren. Und wenn ich nicht ginge, würde ich es auch sein. Bei diesem Gedanken begann mein Herz zu rasen und mir liefen nass und salzig Tränen über die Wangen. Ja – ich sollte rennen. So schnell ich konnte, sollte ich mich in Sicherheit bringen. Mein Kopf gab meinem Körper den Befehl – doch mein Körper gehorchte nicht. Ich war unfähig mich zu bewegen.

 

Er nickte und deutete mein Verharren: »Also bleiben.«

 

Kopfschüttelnd drehte er sich zur schweren Eichentür und hielt inne.

 

Kurz keimte die Hoffnung in mir auf, dass er seine Entscheidung noch einmal überdenken würde, dass er doch noch zur Besinnung käme. Aber dann zuckte er mit den Schultern und steckte den Schlüssel in das Schlüsselloch. Sie schrie weiter nach ihm, hämmerte mit aller Kraft gegen das schwere Holz. Es klang fordernd – und tödlich. Brian drehte den Schlüssel. Einmal. Zweimal. Dann legte er die Hand auf den Türgriff. Er blickte sich nicht mehr zu mir um, drückte die Klinke hinunter … und ließ den roten Regen ein.

 

 

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